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Methansee auf Titan ähnelt Salzpfanne in Afrika

Erstellt von: Dr. Rainer Kayser | | Forschung und neue Erkenntnisse

Mit einer Fläche von 15.000 Quadratkilometern ist Ontario Lacus der größte See auf der nördlichen Hemisphäre von Titan. Doch der mit flüssigem Methan, Ethan und Propan gefüllte See auf dem Saturnmond ähnelt eher der Etosha-Salzpfanne in Namibia als seinem Namensgeber, dem kanadischen Lake Ontario. Das zeigen Messungen der amerikanischen Raumsonde Cassini, über die ein internationales Forscherteam im Fachblatt „Icarus“ berichtet. Demnach ist der Ontario Lacus flach und im Gegensatz zu früheren Vermutungen nicht vollständig und nicht zu allen Zeiten mit flüssigen Kohlenwasserstoffen gefüllt.


„Der feste Untergrund des Ontario Lacus ist mit großer Wahrscheinlichkeit in einigen Regionen nicht von Flüssigkeit bedeckt“, sagt Teamleiter Thomas Cornet von der Université de Nantes in Frankreich. Aus ihren Messungen folgern Cornet und seine Kollegen, dass nur etwa die Hälfte der Oberfläche des Sees flüssig ist. Der trockene Teil des Sees sei jedoch mit einer glatten Kruste bedeckt, die flüssigkeitsgesättigt ist. Bei Radarmessungen sehe diese Kruste einer flüssigen Oberfläche täuschend ähnlich.


Cornet und sein Team haben außerdem Hinweise auf ehemalige Küstenlinien gefunden, die höher liegen als der heutige Flüssigkeitsspiegel des Sees. Die Forscher schließen daraus, dass sich der Spiegel des vermutlich nur wenige Meter tiefen Sees mit dem Grund-Flüssigkeitsspiegel hebt und senkt. Damit ähnelt der Ontario Lacus auf Titan der Etosha-Pfanne in Namibia, einer flachen Senke, die sich nur bei starken Regefällen durch einen Anstieg des Grundwasserspiegels mit Wasser füllt.


Sowohl die Etosha-Pfanne als auch der Ontario Lacus sind, so Cornet und seine Mitarbeiter, vermutlich auf Kosten eine Oberflächenschicht aus leicht löslichen Mineralien entstanden. Die immer wieder aufsteigende Flüssigkeit habe diese Mineralien ausgewaschen und so zur Entstehung der flachen Senken geführt. „Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig die vergleichende Planetologie in der modernen Planetenforschung ist“, betont Cassini-Projetwissenschaftler Nicolas Altobelli von der europäischen Raumfahrtbehörde Esa. „Die Entdeckung vertrauter Strukturen auf fremden Welten wie Titan ermöglicht uns, Theorien über ihre Entstehung zu überprüfen.“


Quelle: http://dx.doi.org/10.1016/j.icarus.2012.01.013