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Rekord: Der bislang kleinste Exoplanet

Erstellt von: Dr. Rainer Kayser | | Forschung und neue Erkenntnisse

Erst im vergangenen Jahr verkündeten Astronomen die Entdeckung von Planeten bei anderen Sternen, die von vergleichbarer Größe sind wie die Erde. Doch es geht noch kleiner: Ein internationales Forscherteam hat mit dem Satelliten-Observatorium Kepler einen Exoplaneten aufgespürt, der deutlich kleiner ist als Merkur, der kleinste Planet in unserem Sonnensystem. Der mit der Katalognummer Kepler-37b bezeichnete Himmelskörper umkreist einen rund 215 Lichtjahre entfernten Stern. Es handele sich vermutlich um einen atmosphärelosen, felsigen Planeten, so die Wissenschaftler im Fachblatt „Nature“.

„Dieser winzige Planet ist der innerste von insgesamt drei, die den sonnenähnlichen Stern Kepler-37 umkreisen“, so Thomas Barclay vom Ames Research Center der Nasa und seine Kollegen. Der größte der drei Begleiter ist doppelt so groß, der mittlere etwa dreiviertel so groß wie die Erde. Der Durchmesser des kleinesten Planeten von Kepler-37 b beträgt nur drei Zehntel des Erddurchmessers, also etwa 3820 Kilometer. Zum Vergleich: Merkur durchmisst 4880 Kilometer, der irdische Mond 3476 Kilometer.

Das im März 2009 gestartete Weltraumteleskop Kepler überwacht 156.000 Sterne auf winzige Helligkeitsschwankungen. Periodische Änderungen der Sternhelligkeit können die Anwesenheit eines Planeten verraten, wenn dieser auf seiner Bahn von der Erde aus gesehen regelmäßig vor dem Stern vorüberzieht. Aus der Stärke der Helligkeitsänderung können die Astronomen dann unmittelbar die Größe des Planeten bestimmen. Bislang hat Kepler mehr als 2300 Planeten-Kandidaten bei anderen Sternen aufgespürt.

„Seit der Entdeckung der ersten Exoplaneten ist bekannt, dass andere Planetensysteme völlig anders aussehen können wie das unsere“, erklären Barclay und seine Kollegen. So besitzen viele Sterne jupitergroße Riesenplaneten, die auf extrem engen Umlaufbahnen kreisen. Auch das System von Kepler-37 unterscheidet sich deutlich von unserem Sonnensystem. Mit Umlaufzeiten von 13, 41 und 40 Tagen liegen alle drei Bahnen näher an dem Zentralstern als der Orbit von Merkur an der Sonne. Barclay und seine Kollegen vermuten, dass es sehr viele Sterne mit sehr kleinen Planeten gibt.

Quelle: dx.doi.org/10.1038/nature11914