Schwarze Löcher – Schwere Kost, leicht verdaulich

Schwarze Löcher faszinieren ähnlich wie Dinosaurier viele. Sie gelten wohl zu Recht als die geheimnisvollsten und seltsamsten Objekte im Weltall. In ihnen ist Materie so dicht zusammengepresst, dass sich nichts aus ihrer Anziehungskraft entziehen kann, wenn es einem Schwarzen Loch zu nahe kommt. Selbst Licht kann ihnen nicht entkommen. Landläufig gelten siedeshalb als gefräßige Monster.
Auch für Astronomen liegt die Physik innerhalb Schwarzer Löcher auch heute noch buchstäblich im Dunkeln, trotz jahrzehntelanger Forschung. Die heutige Theorie zu Schwarzen Löchern basiert auf den Ergebnissen der Allgemeinen Relativitätstheorie, die Albert Einstein im Jahr 1915 veröffentlichte. 1916 erkannte der früh verstorbene deutsche Astronom Karl Schwarzschild in den einsteinschen Gleichungen, dass Masse die Raumzeit so stark krümmen kann, dass nichts aus ihrer näheren Umgebung den Bereich verlassen. Dessen Grenze wird als Ereignishorizont bezeichnet und sein Radius Schwarzschild-Radius genannt.
Wie der Untertitel des schmalen Buches schon andeutet, ist die Theorie Schwarzer Löcher nicht einfach und erfordert ein wissenschaftliches Studium. Dennoch gelingt es Victoria Grinberg überraschend leicht und verständlich, die grundlegenden Zusammenhänge und wissenschaftlichen Hintergründe darzustellen, ohne den interessierten Leser zu überfordern.
Victoria Grinberg ist Astrophysikerin und ihr Forschungsschwerpunkt sind Schwarze Löcher. Zurzeit arbeitet sie bei der europäischen Weltraumorganisation ESA. Gewürzt mit einer Prise Humor erklärt sie in ihrem Buch, wie sich Schwarze Löcher den Forschenden verraten und was diese heute über sie wissen.
Im ersten Kapitel erklärt die Autorin die grundlegenden Eigenschaften Schwarzer Löcher. So räumt sie gleich mit der weit verbreiteten Vorstellung auf, dass die Gezeitenkräfte an ihrem Rand alles zerreißen würden. Tatsächlich werden die Gezeitenkräfte immer schwächer, je größer die Masse eines Schwarzen Lochs ist.
Die Physik der Schwarzen Löcher hängt eng mit dem Begriff der Raumzeit zusammen, den die Katzenliebhaberin Grinberg sehr schön an einer Katzenhängematte verdeutlicht. Knapp, aber einleuchtend, beschreibt sie die durch die starke Krümmung der Raumzeit verbunden Effekte, wie Gravitationslinsen und die Hawking-Strahlung.
Im folgenden Kapitel geht Victoria Grinberg auf die verschiedenen Arten Schwarzer Löcher ein, stellare Schwarze Löcher, die bei Supernovaexplosionen entstehen, supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien, Schwarze Löcher mittlerer Masse und solchen, die möglicherweise beim Urknall entstanden sind.
Das dritte Kapitel beschäftigt sich damit, wie es Astronomen gelingt, Informationen über Schwarze Löcher zu gewinnen, obwohl aus ihnen ja nicht einmal das Licht entkommen kann. Hier kommen Röntgendoppelsterne, Akkretionsscheiben und Vorgänge in den Zentren von Galaxien ins Spiel. Anschaulich erklärt Victoria Grinberg, welche Techniken dafür genutzt werden bis hin zum Event Horizon Telescope und Gravitationswellendetektoren.
Abgerundet wird das Buch durch eine informative Sammlung häufiger Fragen zu Schwarzen Löchern (FAQs) und einem Register.
Dieses Buch liefert interessierten Lesern, die etwas über Schwarze Löcher erfahren wollen, auf lebendige und kurzweilige Art einen ausgezeichneten Überblick über den heutigen Wissensstand und den ungeklärten Fragen zu den »Monstern des Universums«.
Titel: Schwarze Löcher - Schwere Kost, leicht verdaulich
Autor: Victoria Grinberg
ISBN: 978-3-440-18079-2
Seitenumfang: 128
Preis Hardcover: 14,00 Euro
Bezugsquelle: https://www.kosmos.de/de/schwarze-locher_1180792_9783440180792































































































































































