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Schwarzes Loch mit Superwind

Erstellt von: Dr. Rainer Kayser | | Forschung und neue Erkenntnisse

Das Schwarze Loch IGR J17091 stellt einen neuen Rekord auf: Es bläst Materie mit einer Geschwindigkeit von 32 Millionen Kilometern pro Stunde ins All hinaus. Das zeigen Beobachtungen mit dem Röntgensatelliten Chandra. Es ist die bislang höchste Geschwindigkeit für einen „Wind", der von einem sternengroßen Schwarzen Loch ausgeht. Bislang kannten die Astronomen solche hohen Windgeschwindigkeiten nur von supermassiven Schwarzen Löchern in Galaxienzentren. Die Forscher, die im Fachblatt „Astrophysical Journal Letters" über die Entdeckung des Rekordwinds berichten, vermuten, dass starke Magnetfelder den Gasstrom antreiben.


„Es ist überraschend, dass dieses kleine Schwarze Loch derart hohe Windgeschwindigkeiten erzeugen kann, die wir sonst nur bei gigantischen Schwarzen Löchern sehen", erläutert Jon Miller von der University of Michigan, einer der beteiligten Wissenschaftler. IGR J17091 ist der Überrest eines kollabierten Sterns. Solche stellaren Schwarzen Löcher besitzen typischerweise die fünf- bis zehnfache Masse unserer Sonne. Die Giganten in den Zentren von Galaxien dagegen enthalten die millionen- oder gar milliardenfache Masse der Sonne.


Eine weitere Überraschung für die Astronomen ist, dass das Schwarze Loch IGR J17091 mit seinem Wind mehr Masse ins All hinaus bläst, als es verschlingt. „Die allgemeine Auffassung ist, dass Schwarze Löcher alle Materie aufsaugen, die in ihre Nähe kommt", sagt Ashley King, ebenfalls von der University of Michigan und Erstautorin der Studie. „Doch IGR J17091 bläst 95 Prozent der einfallenden Materie wieder ins All hinaus."


IGR J17091 ist 28.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Das Schwarze Loch bildet mit einem sonnenähnlichen Stern ein Doppelsystem. Mit seiner starken Anziehungskraft entreißt das Schwarze Loch dem Stern Materie, die sich zunächst in einer so genannten Akkretionsscheibe ansammelt. Frühere Beobachtungen hatten gezeigt, dass IGR J17091 Materie in zwei stark gebündelte Strahlen auswirft. Diese so genannten Jets waren bei der Beobachtung des rasanten Winds jedoch nicht mehr vorhanden. Die Astronomen vermuten daher, dass das Schwarze Loch gesteuert von seinem starken Magnetfeld abwechselnd die gebündelte Materiestrahlen und den starken Wind erzeugt.

Quelle: xxx.uni-augsburg.de/abs/1112.3648