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Sterne: Magnetfelder als Geburtshelfer

Erstellt von: Dr. Rainer Kayser | | Forschung und neue Erkenntnisse

Magnetfelder spielen eine bislang unterschätzte Rolle bei der Entstehung neuer Sterne. Das zeigt die Beobachtung großer Gaswolken in der rund drei Millionen Lichtjahre entfernten Triangulum-Galaxie durch zwei Astronomen des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg. Die Messungen des Forscher-Duos zeigen, dass die Magnetfelder in den Gaswolken parallel zum Magnetfeld in den Spiralarmen der Galaxie ausgerichtet sind. Offen helfen die Magnetfelder dabei, das Gas zu verdichten und so den Kollaps der Gaswolken einzuleiten, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt "Nature".

Wolken aus Gas und Staub sind kosmische Kreißsäle, in denen neue Sterne entstehen. Die Astronomen sprechen von "Molekülwolken", da die Gas-Ansammlungen hauptsächlich aus Wasserstoff-Molekülen bestehen. Was aber bringt die Materie überhaupt dazu, sich in Wolken zusammenzuballen, die hundert oder gar tausendmal dichter sind als das umgebende interstellare Gas? "Wir haben bislang kaum eine Vorstellung davon, wie Molekülwolken entstehen", schreiben Hua-bai Li und Thomas Henning.

Die beiden Astrophysiker haben mit dem Submillimeter Array, einer aus acht Antennen bestehenden Radioteleskop-Anlage auf dem Mauna Kea, Hawaii, die Polarisation der Strahlung von sechs großen Molekülwolken in der Triangulum-Galaxie untersucht. Aus der Polarisation - der Schwingungsrichtung der Strahlung - können die Forscher ablesen, wie das Magnetfeld in den Wolken ausgerichtet ist. Die Messungen von Li und Henning zeigen, dass das Magnetfeld in den Molekülwolken die gleiche Orientierung hat wie in den umgebenden Spiralarmen der Galaxie.

Die Mehrheit der Astronomen vertrat bislang die Auffassung, dass Magnetfelder keine bedeutende Rolle bei der ersten Stufe der Sternentstehung spielen können: Turbulente Bewegungen des Gases in den Wolken, so die Überlegung, würden jede Ausrichtung des Magnetfeldes verwischen. Die neuen Beobachtungen zeigen nun, dass das nicht der Fall ist. Im Gegenteil: Offenbar prägt das galaktische Magnetfeld den Molekülen ein bestimmtes Bewegungsmuster auf und unterstützt so die langsame Verdichtung der Materie, die schließlich zum Kollaps der Wolke und zur Entstehung neuer Sterne führt.

Quelle: dx.doi.org 10.1038/nature10551