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Versteckspiel im Weltraum

Erstellt von: Tim Ruster | | Astrocomic

Vögel verstummen, die Temperatur fällt merklich und es wird schlagartig dunkel - wer sowas beobachtet, wird wahrscheinlich gerade Zeuge einer Sonnenfinsternis. Dieses Naturschauspiel beflügelt die Fantasie der Menschheit schon seit Jahrtausenden. Eine wissenschaftliche Erklärung vermochten unsere Vorfahren noch nicht zu liefern. In China ging man beispielsweise lange davon aus, dass ein Drache die Sonne auffrisst - und sie offensichtlich danach wieder ausspuckt. Ist ja auch ziemlich heiß! Im europäischen Kulturraum assoziierte man Sonnenfinsternisse gemeinhin mit einem bevorstehenden Unglück und nahm sich somit selber die Freude an diesem beeindruckenden Himmelsvorgang. Nicht verschwiegen werden soll hier allerdings, dass die alten Griechen bereits im 6. Jahrhundert vor Christus eine schlüssige Idee von dem Spektakel hatten und Thales von Milet sogar eine Sonnenfinsternis präzise vorhersagte.

Mindestens genau so spannend wie die altertümlichen Erklärungsversuche ist aber die wahre Ursache: Unser Stern, die Sonne, wird von der Erde aus gesehen vom Mond verdeckt. Welch Glück, dass wir so etwas überhaupt erleben dürfen! Auf dem Merkur oder der Venus etwa wäre eine Sonnenfinsternis undenkbar, da diese Planeten gar keinen Trabanten besitzen, der die Sonne verdecken könnte. Wenn die Sonne hinter dem Mond gar nicht mehr zu sehen ist, wie im heutigen Astro-Comic, spricht man von einer totalen Sonnenfinsternis. Die ist allerdings kein Ereignis, dass die ganze Erde betrifft, sondern kann immer nur von einem gewissen Fleck des Planeten aus gesehen werden. Nur in einem schmalen Pfad kann eine Sonnenfinsternis total erscheinen, da man ansonsten zu seitlich auf das Ereignis schaut.

Alle Sonnenfinsternis-Fans, die ungerne weite Wege auf sich nehmen, müssen ganz stark sein: Die nächste totale Sonnenfinsternis, die man von Deutschland aus sehen kann, wird wohl erst im Jahre 2081 stattfinden. Die einzigen Wege, das elegante Zusammenspiel von Mond und Sonne einmal live zu erleben, ist also entweder eine sehr hohe Lebenserwartung anzupeilen oder eben doch mal an einen anderen Ort der Erde zu reisen, von dem aus eine Sonnenfinsternis total erscheinen wird.

Selbst bei einer totalen Sonnenfinsternis ist aber die Korona der Sonne hinter dem Mond zu erkennen. Diese Korona, die es der Erde im Astro-Comic einfach macht, die Sonne zu entdecken, ist der äußerste Bereich der Sonne, in dem die Dichte wesentlich niedriger und die Temperatur sehr viel höher ist als im Rest der Sonne. Dies ist ein deutliches Zeichen dafür, dass ein ungeschützter Blick auf das Naturschauspiel extrem gefährlich für die Netzhaut ist - trotz des verdeckenden Mondes gelangt noch ein großer Teil des Lichtes zur Erde.
Aufgrund der relativen Dunkelheit kann man aber länger in die Sonne blicken - ein fataler Fehler, der schon bei vielen Menschen zu Netzhautverbrennungen geführt hat.

Mehr Astro-Comics findet ihr auf Tim Ruster´s Internetseite unter www.astro-comics.de/