Lage, Größe und Sichtbarkeit

Das Sternbild Oktant liegt am Südhimmel. Es grenzt im Norden an die Sternbilder Pfau, Indianer, Tukan, Kleine Wasserschlange, Tafelberg, Chamaeleon und Fliege. Am Himmel nimmt es eine Fläche von 291 Quadratgrad ein und steht in der Liste der 88 Sternbilder daher an 50. Position. Im Sternbild Oktant liegt der Himmelssüdpol. Daher ist das Sternbild Oktant von Europa aus nie zu sehen.
Es ist ein unauffälliges Sternbild, denn es enthält keine hellen Sterne.

Geschichte und Mythologie

Das Sternbild ist eine Schöpfung des französischen Astronomen und Mathematikers Nicolas Louis de Lacaille. Von 1750 bis 1754 vermaß de Lacaille in Südafrika in der Nähe von Kapstadt die Positionen von über 10.000 Sternen am südlichen Sternenhimmel. Während dieser Beobachtungen erstellte er 14 neue Sternbilder.
Das Sternbild Oktant ist eines davon. Es erinnert an den Oktanten, der ein Messgerät zur genauen Messung von Winkelabständen ist, welches 1731 von dem englischen Mathematiker John Hadley und seinen beiden Brüdern George und Henry erfunden wurde. Oktanten waren bis weit ins 19. Jahrhundert in der Navigation zur Bestimmung der geografischen Breite in Gebrauch. Auf Johann Elert Bode´s Uranographia von 1801 erschien de Lacailles neues Sternbild unter dem Namen „Octans Nautica“.

Markante Sterne

Der hellste Stern im Sternbild Oktant ist der 3,8m helle Ny Octantis, ein Roter Unterriese in 69 Lichtjahren Entfernung. Ca. 1° vom Himmelssüdpol entfernt liegt der 5,45m helle Stern Sigma Octantis, dem man wegen seiner Nähe zum Himmelssüdpol den Namen Polaris Australis gegeben hat. Sigma ist ein Weißer Unterriese in 240 Lichtjahren Entfernung. Als Aufsuchhilfe für den Himmelssüdpol ist Sigma Octantis jedoch nicht geeignet, weil er viel zu unauffällig ist.

 

 

Taxt von Günther Bendt

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Über den Autor Günther Bendt

Günther Bendt ist Jahrgang 1951, Diplompädagoge und Ingenieur für Physikalische/Biomedizinische Technik.  Er arbeitete in internationalen Unternehmen der Medizintechnik und war zuletzt mehrere Jahrzehnte Technischer Redakteur in einem Telekommunikationsunternehmen. Seit dem Sommer 2016 ist er im Ruhestand.

Als KInd erlebte er unerwartet eine Mondfinsternis, das weckte sein Interesse an der Astronomie. Seit 1997 macht er Führungen für Besuchergruppen der Volksternwarte Aachen. Er  ist aktives Mitglied im Arbeitskreis Astronomie der Sternwarte. Seit 2000 wartet er die technische Ausstattung der Sternwarte.
Bei Astronomie.de erstellt er seit 2004 u. a. die monatliche Himmelsvorschau. Seit 2008 präsentiert er im Arbeitskreis Astronomie seine monatlichen „Neuigkeiten aus der Astronomie“.

Als astronomischer Betreuer hat Günther Bendt seit 2009 diverse Reisegruppen für Astronomie.de und für andere Veranstalter auf Sonnenfinsternisreisen nach China und Australien, zum Venustransit auf Island sowie zu diversen Polarlichtbeobachtungen im winterlichen Lappland begleitet. Auf fünf Kontinenten hat er bislang sieben Totale Sonnenfinsternisse erlebt. 

Sonnenfinsternis in der Antarktis