Lage, Größe und Sichtbarkeit

Das Sternbild Pendeluhr ist ein kleines und unauffälliges Sternbild, das am Südhimmel zwischen den Sternbildern Eridanus, Grabstichel, Netz und Kleine Wasserschlange eingebettet liegt. Es nimmt mit seiner Fläche von 249 Quadratgrad unter den 88 Sternbildern den 58. Rang ein und kulminiert im Dezember. Dabei treten aufgrund seiner südlichen Lage nur seine nördlichsten Sterne von Südeuropa aus gesehen knapp über den Südhorizont. Wer das Sternbild ganz sehen will, muss viel weiter nach Süden fahren.

Geschichte und Mythologie

Das Sternbild Pendeluhr ist eine Erfindung des französischen Mathematikers und Astronomen Nicolas Louis de Lacaille. Von 1750 bis 1754 beobachtete er in der Nähe von Kapstadt in Südafrika den südlichen Sternenhimmel, um dort die Positionen von über 10.000 Sternen und den Lauf von Mond und Mars zu vermessen. Da am Südhimmel damals noch nicht genug Sternbilder existierten, die er zur leichteren Vermessung der Sternpositionen benötigte, schuf er 14 neue Sternbilder. Eines davon nannte er Pendeluhr. De Lacaille hatte in seiner Sternwarte eine präzise Pendeluhr, um damit den Zeitpunkt des Meridiandurchgangs der von ihm vermessenen Sterne mit hoher Genauigkeit zu messen. Mit dem Sternbild Pendeluhr wollte de Lacaille der astronomischen Pendeluhr ein Denkmal setzen, die Christiaan Huygens im 17. Jahrhundert erfunden hatte, um eine präzise Zeitmessung für astronomische Beobachtungen zu erreichen. Er nannte das Sternbild ‚Horologium Oscillitorium’. Im 19. Jahrhundert wurde dieser Name zu ‚Horologium’ verkürzt.

Markante Sterne

Der 3,9m helle Stern Alpha Horologii ist der hellste Stern des Sternbilds. Alpha liegt ca. 8,5° südlich des Sterns 41 Eridani. Ca. 0,5° nordwestlich von Alpha steht der 4,8m helle Stern Delta Horologii. Der 5,0m helle Beta Horologii liegt ca. 12° südöstlich des 0,5m hellen Achernar (Alpha Eridani). Beeindruckend helle Sterne gibt es in dem Sternbild nicht.

Sehenswerte Deep-Sky-Objekte

Das Sternbild Pendeluhr liegt abseits des Milchstraßenbandes. Dadurch ermöglicht es den Beobachtern einen ungehinderten Blick in die Tiefen des Universums. Im lichtstarken Fernrohr kann man hier Kugelsternhaufen (z. B. NGC 1261 und Galaxien (z. B. NGC 1433) beobachten. Auf tiefen Himmelsaufnahmen des Sternbilds wurden große Galaxienhaufen und Galaxiensuperhaufen entdeckt, die sich bis zu 1,5 Milliarden Lichtjahre weit von uns erstrecken.

Text von Günther Bendt

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Über den Autor Günther Bendt

Günther Bendt ist Jahrgang 1951, Diplompädagoge und Ingenieur für Physikalische/Biomedizinische Technik.  Er arbeitete in internationalen Unternehmen der Medizintechnik und war zuletzt mehrere Jahrzehnte Technischer Redakteur in einem Telekommunikationsunternehmen. Seit dem Sommer 2016 ist er im Ruhestand.

Als KInd erlebte er unerwartet eine Mondfinsternis, das weckte sein Interesse an der Astronomie. Seit 1997 macht er Führungen für Besuchergruppen der Volksternwarte Aachen. Er  ist aktives Mitglied im Arbeitskreis Astronomie der Sternwarte. Seit 2000 wartet er die technische Ausstattung der Sternwarte.
Bei Astronomie.de erstellt er seit 2004 u. a. die monatliche Himmelsvorschau. Seit 2008 präsentiert er im Arbeitskreis Astronomie seine monatlichen „Neuigkeiten aus der Astronomie“.

Als astronomischer Betreuer hat Günther Bendt seit 2009 diverse Reisegruppen für Astronomie.de und für andere Veranstalter auf Sonnenfinsternisreisen nach China und Australien, zum Venustransit auf Island sowie zu diversen Polarlichtbeobachtungen im winterlichen Lappland begleitet. Auf fünf Kontinenten hat er bislang sieben Totale Sonnenfinsternisse erlebt.