1. Platz - von Fabian Neyer

10. Woche - Die Dunkelwolke LDN 1251 – was verbirgt sich dort?

 -  Astrofoto der Woche  - 

Im Gebiet Cepheus/Cassiopeia findet man interstellare Materie in großer Menge: rot leuchtende Gasnebel, dunkle Wolken aus Staub sowie zahlreiche Molekülwolken. Hier liegt auch die wenig bekannte Dunkelwolke LDN 1251 aus dem Lynds-Katalog der Dunkelnebel. An ihrem westlichen Ende schließt sich der schwache Reflexionsnebel LBN 558 aus dem Lynds-Katalog der hellen Nebel an.

Das AdW zeigt ein Gebiet von 127´ x 84´ (Norden in etwa oben). Es offenbart sich in seltener Eindeutigkeit, dass Dunkelwolken eigentlich gar nicht dunkel sind! LDN 1251 liegt im Vordergrund und deckt den Sternenhimmel großflächig zu. Von vorne scheinen die alten gelben Sterne des galaktischen Bulge auf die Materiewolken und verleihen ihnen eine bräunliche Färbung. Von hinten dagegen wird die Materie durch Unmengen an Sternen der äußeren Spiralarme aufgehellt mit einer bläulichen Farbe. Die Entfernung von LDN 1251 liegt bei 300 pc, das sind ca. 1000 Lj (Kun & Prusti 1993). Dominanter Stern ist im Nordteil der Dunkelwolke der 5,8 mag helle Riese HD 214710. Mit seinem Spektraltyp M1 leuchtet er orange bei einem Farbindex B-V = 1,6 mag! Für ihn gelten die Koordinaten dieser Aufnahme.

Fabian Neyer ist Autor dieser beeindruckenden Szenerie. In 9 Nächten zwischen Juli und August 2013 entstand das Gesamtbild an der Sternwarte Antares in Gossau/Schweiz. Aufnahmeteleskop war ein apochromatischer Refraktor TEC140, der bei einer effektiven Brennweite von 1027 mm verwendet wurde. Kamera war eine SBIG STL-11000M. Belichtet wurde das LRGB mit 9,3 h (L), 4,3 h (R), 2,7 h (G) und 3,3 h (B), zusammen 19,7 Stunden!

Äußerst spannend ist, dass drei Galaxien durch die Wolken leuchten. Schauen wir auf das helle ovale Gebilde etwas nördlich der Bildmitte. Neckel & Vehrenberg bezeichneten dieses Objekt 1987 als Stern im Nebel und gaben ihm in ihrem "Atlas of Galactic Nebulae" die Katalognummer GN 22.28.3.01. Aber 1992 stellte sich mit Hilfe des 1,23-m-Teleskops auf dem Calar Alto die wahre Natur heraus: eine Spiralgalaxie des Typs Sb. Mit leichtem Schmunzeln darf man feststellen: Damals gab es noch keinen 140-mm-Apochromaten! Schon bei leichter Vergrößerung zeigt Leda 166755 im AdW ganz klar ihre Spiralstruktur. Wäre kein Nebel davor, so wäre sie etwa 2 mag heller. Auch am östlichen Rand der Wolke kommt eine Galaxie zum Vorschein: UGC 12160. Knapp südlich der Bildmitte liegt die dritte Galaxie.

In LDN 1251 wurden zahlreiche infrarote Punktquellen gefunden, ohne optische Gegenstücke. Hier verbergen sich zahlreiche "junge stellare Objekte", außerdem verschiedene junge T-Tauri-Sterne. Auch zwei Herbig-Haro-Objekte (als rötliche Flecken sichtbar) beweisen, dass aktive Sternentstehung vor sich geht.

Objektkoordinaten (2000.0):
RA = 22 h 37 min 13 s, DEK = 75° 22’ 19”

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