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Die Uranusmonde

Uranus besitzt 27 bekannte Monde. Sechs von ihnen wurden schon vor dem Vorbeiflug der Sonde Voyager 2 am 24. Januar 1968 mit irdischen Teleskopen entdeckt. Die beiden größten Trabanten den Planeten wurden am 11. Januar 1787 von Friedrich Wilhelm Herschel entdeckt und wurden Titania und Oberon getauft. Schon Herschel bemerkte, dass ihre Bahnen senkrecht auf der Ekliptikebene stehen. Zwei weitere Monde, Ariel und Umbriel, wurden am 24. Oktober 1851 von dem englischen Amateuerastronomen William Lassell gefunden. Uranusmond Nummer 5, Miranda, fand der amerikanische Planetenforscher Gerard P. Kuiper am 15. Februar 1948. Mit wachsendem Abstand vom Planeten heißen sie: Miranda, Ariel, Umbriel, Titania und Oberon und sie umkreisen Uranus fast genau in der Äquatorebene des Uranus. Sie stehen somit fast senkrecht auf der Ekliptik - im Sonnensystem ist das einzigartig.

Die vier größten Monde haben Durchmesser zwischen 1.100 und 1.600 Kilometer. Die Bilder dieser Monde, die Voyager 2 während des Fluges durch das Uranussystem aufnahm, zeigen zerklüftete und kraterübersäte Oberflächen. Ähnlich wie der Erdmond zeigt immer die selbe Seite der Großen Monde zum Planeten, d.h. sie rotieren gebunden. Spektren von Ariel, Titania und Oberon zeigen, dass auf ihnen Eis vorhanden ist.

Voyager 2 fand noch 10 weitere Minimonde, die alle innerhalb der Mirandabahn kreisen und weniger als 200 Kilometer Durchmesser aufweisen. Danach wurden noch 11 weitere kleine Monde mit erdgebundenen Teleskopen entdeckt.

Für Amateurastronomen sind die meisten Uranusmonde eine Herausforderung. Die hellsten Monde erreichen während der Opposition nur Helligkeiten von 13 bis 14 Magnituden (Oberon, Titania und Umbriel). Da sie sich nahe dem Planetenscheibchen aufhalten, sind sie nur sehr schwer zu beobachten. Oft werden sie einfach überstrahlt. Unter sehr guten Bedingungen wurden Titania und Oberon schon in Teleskopen mit 25 cm Öfnung gesehen. Sind die Bedingungen weniger gut, reicht schon ein 30-cm-Instument nicht mehr. Bei einer mittleren Opposition ist Oberon mit einem maximalen Abstand von 44", Titania bei 33" vom Mittelpunkt des Planetenscheibchen zu sehen. Umbriel entfernt sich höchstens 20" und Ariel bis zu 14". Mirandas Abstand ist nie größer als 10".

Ariel

Ariel wurde am 24. Oktober 1851 von dem englischen Amateurastronomen William Lassell entdeckt. Obwohl Ariels Durchmesser nur neun Kilometer kleiner ist als der von Umbriel, zeigt er ein ganz anderes Aussehen. Da er 38 Prozent des Sonnenlichts reflektiert, ist er der hellste Mond im Uranussystem. Seine Oberfläche wird von einem Netzwerk verzweigter, breiter Täler mit flachen Böden überzogen. Daneben überziehen schmale, lange Gräben die Oberfläche des Mondes. Zahlreiche Krater mit Durchmessern zwischen 10 und 15 Kilometern befinden sich auf der Oberfläche des Mondes.

Wie alle großen Uranusmonde besteht Ariel hauptsächlich aus Wassereis und und Felsgestein. Auch gefrorenes Kohlendioxid, Trockeneis, wurde auf seiner Oberfläche gefunden. Da es nur wenige größere Einschlagskrater auf dem Uranusmond gibt, ist seine Oberfläche relativ jung. Wahrscheinlich haben seine geologischen Aktivitäten die Spuren älterer Einschläge beseitigt.

Der Name Ariel des Uranusmond stammt von zwei verschiedenen Figuren in literarischen Werken. Allerdings ist man sich wohl nicht ganz darüber einig, welche der beiden Vorlagen tatsächlich die richtige ist. Zum einen wird der Name eines Naturgeist, einem Sylphe, aus Alexander Popes Gedicht Der Lockenraub angegeben, zum anderen der eines Luftgeistes aus William Shakespeares Der Sturm.

Miranda

Miranda wurde am 16. Februar 1948 als Mond Nummer 5 von dem amerikanischen Astronomen Gerard Peter Kuiper entdeckt und ist der kleinste der großen Uranusmonde. Über große Teile seiner Oberfläche ziehen sich helle und dunkle Furchen und Gräben, Kämme und Grate. Dominiert wird der Anblick des Mondes von einem riesigen Talsystem, das an großes V erinnert. Auf Miranda gibt es die höchste bekannte Klippe im Sonnensystem, Verona Rupes, bis zu 20 km ragt sie über das Grundniveau. Kein anderer bekannter Himmelskörper weist derartige Strukturen auf, weshalb Miranda der geologisch interessanteste der Uranusmonde ist.

Auch Miranda wurde nach einer Figur in einer Komödie von William Shakespeares benannt, Der Sturm. Sie darin die Tochter des Magiers Prospero,

Oberon

Oberon ist der äußerste der vier großen Uranusmonde. Von Einschlagskratern auf seiner Oberfläche zeigen gehen helle Strahlen aus. Es handelt sich hier wohl um ausgeworfenes Material, ähnlich wie bei den Strahlensystemen auf dem Erdmond. Die Kraterböden erscheinen oft recht dunkel.

Der Mond wurde nach dem Elfenkönig aus William Shakespeares Ein Sommernachtstraum benannt. Oberon ist darin der Ehemann von Titania.

Titania

Titania wurde am 11. Januar 1787 von Friedrich Wilhelm Herschel entdeckt und ist mit einem Durchmesser von 1578 Kilometer der größte Trabant im Uranussystem. Seine Oberfläche weist zahlreiche Einschlagskrater auf. Zusätzlich ziehen sich große Grabenbrüche über viele hundert Kilometer über sie hinweg. Möglicherweise ist der Mond geologisch aktiv.

Der Mond ist nach der Elfenkönigen Titania aus William Shakespeares Komödie Ein Sommernachtstraum benannt. Darin ist sie die Ehefrau des Elfenkönigs Oberon.

Umbriel

Umbriel ist der dunkelste der großen Uranusmonde. Er reflektiert nur 16 Prozent des Sonnenlichts. Nahaufnahmen der NASA-Sonde Voyager 2 zeigten dann eine Oberfläche voller Krater und einen rätselhaften hellen Ringe in der Nähe des Äquators. Der Ring hat einen Durchmesser von ca. 140 Kilometer.

Benannt wurde der Mond nach dem bösartigen und düsteren Geist in Alexander Popes Gedicht Der Lockenraub.

Liste der bekannten Uranusmonde, sortiert nach ihren großen Halbachsen

Name Durchmesser (km) Umlaufzeit (Tage) Große Halbachse (Kilometer) Bahnneigung (Grad) Oppositionshelligkeit Entdeckungsjahr
Cordelia 40 0,335 49.800 0,085 23,6 1986
Ophelia 42 0,376 53.800 0,104 23,3 1986
Bianca 51 0,435 59.200 0,193 22,5 1986
Cressida 80 0,464 61.800 0,006 21,6 1986
Desdemona 64 0,474 62.700 0,113 22,0 1986
Juliet 93 0,493 64.400 0,065 21,1 1986
Portia 135 0,513 66.097 0,059 20,4 1986
Rosalind 72 0,558 69.900 0,279 21,8 1986
Cupid 10 0,613 74.392 0,099 26,0 2003
Belinda 80 0,642 75.300 0,031 21,5 1986
Perdita 20 0,638 76.417 0,470 24,0 1986
Puck 162 0,762 86.000 0,319 19,8 1985
Mab 10 0,923 97.736 0,134 26,0 2003
Miranda 471 1,41 129.872 4,338 15,8 1948
Ariel 1158 2,52 190.900 0,041 13,7 1851
Umbriel 1169 4,14 266.000 0,128 14,0 1851
Titania 1578 8,71 436.300 0,079 13,5 1787
Oberon 1522 13,46 583.500 0,068 13,2 1787
Francisco 22 266,6 4.276.000 145,2 25,0 2001
Caliban 72 579,7 7.231.000 140,9 22,4 1997
Stephano 32 677,4 8.004.000 144,1 24,1 1999
Trinculo 18 759,0 8.504.000 167,1 25,4 2001
Sycorax 150 1.288,3 12.179.000 159,4 20,8 1997
Margaret 20 1.694,8 14.345.000 56,6 25,2 2003
Prospero 50 1.977,3 16.256.000 152,00 23,2 1999
Setebos 47 2.234,8 17.418.000 158,2 23,3 1999
Ferdinand 21 2.823,4 20.901.000 169,8 25,1 2001