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Ausdruck vom: Freitag, der 19.04.2024

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Sternbild Schlange (lat. Serpens)

Das Sternbild Schlange stellt die Schlange des Asklepios dar. Bis heute gilt diese Schlange als eine sich um einen Stab windende „Äskulapschlange“ als ein bekanntes Gesundheitssymbol.

Das Sternbild Schlange ist das einzige Sternbild am Himmel, das in zwei Regionen geteilt ist. Zwischen den beiden Teilen des Sternbilds Schlange befindet sich das Sternbild Schlangenträger.
Der westliche Teil des Sternbilds Schlange wird als „Serpens Caput“ (Haupt der Schlange) bezeichnet. Es bedeckt am Himmel eine Fläche von 429 Quadratgrad.

Der schräg nach Nordwesten gerichtete Hals der Schlange wird hier durch die Sterne Unukalhai (Alpha Serpentis), My Serpentis und Delta Serpentis gebildet. Die drei Sterne Beta Serpentis, Gamma Serpentis und Kappa Serpentis stellen den kleinen, dreieckigen Kopf der Schlange dar. Der Stern Delta Serpentis am „Nacken“ der Schlange ist ein schöner Doppelstern: Die beiden Partnersterne sind gleich hell und weiß.

Ca. 7,6° südwestlich von Unukalhai liegt der 5,7m helle Kugelsternhaufen M5. Bereits in einem Fernrohr von 8 cm Öffnung kann man diesen Kugelsternhaufen sehr eindrucksvoll in einzelne Sterne aufgelöst sehen.

 

Der östliche Teil des Sternbilds Schlange heißt „Serpens Cauda“. Er nimmt am Himmel eine Fläche von 208 Quadratgrad ein. Er repräsentiert den nach Nordosten gerichteten Schwanz der Schlange und wird durch die Sternenreihe My Serpentis, Xi Serpentis, Eta Serpentis und schließlich dem Stern Alya (Theta Serpentis) als Schwanzspitze gebildet.

 

Alya erweist sich bereits in kleinen Fernrohren als ein hübscher Doppelstern. Beide Partnersterne sind gleich hell und weiß. Ein anderes sehenswertes Objekt im Schwanz der Schlange ist der offene Sternhaufen M16, der auch als „Adlernebel“ bekannt ist. Man findet ihn ca. 11° südlich von Eta Serpentis, bzw. 10° östlich von Xi Serpentis. Bereits mit einem kleinen Fernrohr sieht man hier über zwanzig markante Sterne auf einer Fläche von 10 Bogenminuten Durchmesser. Dass dieser Sternhaufen auch einen Gasnebel enthält, kann man jedoch mit einem mittelgroßen Fernrohr nur bei mondlos dunklem, sternklarem Himmel und niedriger Vergrößerung wahrnehmen. Setzt man dabei noch ein UHC-Filter ein, wird der Gasnebel deutlicher sichtbar. Der Adlernebel wurde durch Aufnahmen mit dem Hubble Space Teleskop („Die Säulen der Schöpfung“) und der ESO-Sternwarte auf dem Paranal berühmt.

Über den Autor Günther Bendt

Günther Bendt ist Jahrgang 1951, Diplompädagoge und Ingenieur für Physikalische/Biomedizinische Technik. Er arbeitete in internationalen Unternehmen der Medizintechnik und war zuletzt mehrere Jahrzehnte Technischer Redakteur in einem Telekommunikationsunternehmen. Seit dem Sommer 2016 ist er im Ruhestand.

Als Kind beobachtete er zufällig eine Mondfinsternis, dieses Erlebnis weckte sein Interesse an der Astronomie. Seit 1997 macht er Führungen für Besuchergruppen der Volksternwarte Aachen. Er ist aktives Mitglied im Arbeitskreis Astronomie der Sternwarte. Seit 2000 wartet er die technische Ausstattung der Sternwarte.

Bei Astronomie.de erstellt er seit 2004 u. a. die monatliche Himmelsvorschau. Seit 2008 präsentiert er im Arbeitskreis Astronomie seine monatlichen „Neuigkeiten aus der Astronomie“.

Als astronomischer Betreuer hat Günther Bendt seit 2009 diverse Reisegruppen für Astronomie.de und für andere Veranstalter auf Sonnenfinsternisreisen nach China und Australien, zum Venustransit auf Island sowie zu diversen Polarlichtbeobachtungen im winterlichen Lappland begleitet. Er war bei fünf Reisen zum Nordkap auf einem Expeditionsschiff Kreuzfahrt-Lektor für Astronomie und Polarlicht. Auf fünf Kontinenten hat er bislang acht Totale Sonnenfinsternisse erlebt.