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Mars in Literatur und Film

Bereits im Jahr 1897 schrieb der deutsche Autor Kurd Laßwitz (1848 – 1910) den Roman Auf zwei Planeten, der auf über 1000 Seiten einen Besuch bei den Marsbewohnern beschreibt. Das Buch wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt, mehrmals neu aufgelegt und galt den Raumfahrtpionieren Eugen Sänger und Wernher von Braun als Inspiration.

Nur ein Jahr später - 1898 – publizierte H. G. Wells seinen Roman Krieg der Welten. Hier verlassen die Marsianer ihren trockenen und ausgebeuteten Planeten, um die lebensfreundlichere Erde zu erobern. Die Menschheit, den Marsianern technologisch hoffnungslos unterlegen, entgehen ihrer Vernichtung nur dadurch, dass die Marsianer durch für Menschen harmlose Bakterien getötet werden. Dieser Gefahr war sich auch die NASA beim Apollo-Programm bewusst. Deshalb mussten die ersten Astronauten, die auf dem Mond gelandet waren, nach der Landung für eine gewisse Zeit in Quarantäne, um der Verbreitung unbekannter Krankheitserreger vorzubeugen.

Der amerikanische Regisseur, Autor und Schauspieler Orson Wells produzierte im Jahr 1938 basierend auf Krieg der Welten ein Hörspiel und ließ die Marsianer in New Jersey, nahe New York landen. Das Hörspiel wurde am 30. Oktober 1938 (Halloween!) im Stil einer realistischen Reportage von CBS gesendet. Die danach ausgebrochene Massenpanik gilt heute als eine Erfindung der Tagespresse. Der Roman wurde erstmalig vom Regisseur Byron Conrad Haskin im Jahr 1952 verfilmt und bekam aufgrund bahnbrechender Spezialeffekte 1954 einen Oscar. In den folgenden Jahren gab es mehrere Remakes des Films, zuletzt im Jahr 2005 von Steven Spielberg.

Das Marsgesicht und der Marsianer

Im Jahr 2000 brachte der Regisseur Brian De Palma den Film „Mission to Mars“ in die Kinos. Darin werden Spekulationen um das „Marsgesicht“ in der Cydonia Region als verlassenes künstliches Bauwerk thematisiert.

Obwohl das Marsgesicht schon kurz nach dem Filmstart auf hochauflösenden Satellitenfotos als natürliche geologische Formation identifiziert wurde, geistert das Marsgesicht auch in heutiger Zeit immer noch durch die Medien, siehe unter anderem bei YouTube. Dort findet man, wenn man denn will, dutzende von Videos, die Marsianer, Bauwerke, Raumschiffe und ähnliches zeigen. Auch eine Google Bildersuche mit dem Stichwort „Marsgesicht“ bringt eine erstaunliche Sammlung von Fotos mit Pyramiden und Marsianern. Dort kann man tief in die Welt von Esoterikern und Verschwörungstheoretiker eintauchen.

Der letzte große Film „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ kam 2015 in die Kinos und basiert auf dem Bestseller-Roman von Andy Weir aus dem Jahr 2011. Er beschreibt den Überlebenskampf des Astronauten Mark Watney, der in Folge eines Unfalls von seinen Kollegen auf dem Mars zurückgelassen wird. Um zur Erde zurückkehren zu können, muss Mark Watney eine lange Strecke über Marsoberfläche zurücklegen, um die Landestelle einer künftigen Marsmission zu erreichen. Von versucht er, das Raumschiff seiner Kollegen zu erreichen. Auch wenn große Teile des Buches im Film nicht vorkommen, ist es ein sehenswerter Film, wenn man eine Vorstellung davon bekommen möchte, mit welchen Problemen sich Astronauten zukünftiger Marsmissionen oder Auswanderer auseinandersetzen müssen.

Weitere bekannte und lesenswerte Science Fiction Literatur

In den Jahren von 1917 bis 1964 veröffentlichte Edgar Rice Burroughs (Erfinder der Figur Tarzan) den 11-bändigen Barsoom-Zyklus mit dem irdischen Helden John Carter, der sich in eine marsianische Prinzessin verliebt und gegen grünhäutige Unholde und andere Gefahren kämpft.

1950 publiziert der bekannte Schriftsteller Ray Bradbury eine Sammlung von kurzen, stimmungsvollen Kurzgeschichten, Die Marschroniken.

Der deutsche Bestsellerautor Andreas Eschbach schrieb zwischen 2001 und 2008 fünf zusammen hängende Bücher unter dem Thema Das Marsprojekt. Die Geschichte spielt im Jahr 2086, lesenswert auch schon für Jugendliche, denn die Hauptakteure sind auf dem Mars geborenen Kinder.